Die Idee, die Nutzung von Autobahnen nur gegen eine entsprechende Gebühr zu gestatten, ist nicht neu. Weltweit liegen mittlerweile umfangreiche Erfahrungen mit unterschiedlichen Abrechnungsmodellen vor. Einige Länder setzen auf nutzungsabhängige Gebühren, die pro gefahrener Strecke erhoben werden. Seit Langem sind aus den USA die Kassenhäuschen bekannt, an denen bei der Auffahrt auf die Autobahn die entsprechende Autobahngebühr zu entrichten ist. Zweckmäßiger erscheint die in Deutschland für LKW praktizierte Lösung, bei der die gefahrene Strecke entweder direkt über GPS ermittelt wird oder vorab per Internet gebucht werden kann. Ebenfalls einfach handhabbar ist die Vignette, die beispielsweise in Österreich Anwendung findet: Eine an der Windschutzscheibe angebrachte kostenpflichtige Vignette erlaubt die Nutzung der Autobahnen während des darauf angegeben Zeitraums.
Die Rechtslage in Deutschland
Mautpflichtig sind in Deutschland LKW mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mindestens 12 Tonnen. Dies gilt sowohl für deutsche wie auch für ausländische Fahrzeuge. Die Maut wird nicht ausschließlich für Autobahnen erhoben, sondern auch für einige Bundesstraßen. Die Mautpflicht betrifft ausschließlich den Güterverkehr, Busse sind also beispielsweise ausgenommen. Die Höhe der zu entrichtenden Maut hängt von der Schadstoffklasse und der Anzahl der Achsen ab. Zuständig für die Überwachung der Mautpflicht ist das Bundesamt für Güterverkehr. Wird festgestellt, dass ein LKW die Maut nicht entrichtet hat, so wird diese nachträglich erhoben, zusätzlich wird ein Bußgeld verhängt. Nicht immer kann die gefahrene Strecke nachträglich tatsächlich ermittelt werden. In solchen Fällen wird von einer gefahrenen Strecke von 500 km ausgegangen.
Gegenwärtig keine PKW Maut in Deutschland
Zurzeit wird in Deutschland keine PKW Maut erhoben, was sich nach dem Willen des Bundesverkehrsministers allerdings ändern soll. Angedacht ist eine Vignetten-Lösung, bei der pauschal eine Gebühr für ein Jahr erhoben wird. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass Deutschland ein Transitland ist und daher auch zahlreiche ausländische PKW die deutschen Autobahnen nutzen. Deutsche Autohalter sollen im Gegenzug bei der KFZ-Steuer entlastet werden.
Die PKW Maut in einigen Nachbarländern
In Österreich stehen drei Vignetten zur Auswahl. Für zehn Tage werden 7,90 Euro fällig, für zwei Monate 23 Euro. Die Jahresvignette schlägt mit 76,50 Euro zu Buche. Auch die Schweiz wendet eine pauschale Berechnung mittels einer Vignette an. Hier werden 34,50 Euro fällig, die Vignette gilt jeweils für ein Kalenderjahr. In anderen Nachbarstaaten wie Dänemark, Italien und den Niederlanden ist die Lage ein wenig komplizierter, weil dort eine Maut nur für bestimmte Strecken erhoben wird. In Italien kommen auf unterschiedlichen Autobahnen sogar zwei verschiedene Mautsysteme zum Einsatz. Eines haben nahezu alle Länder gemeinsam: Wird die Maut nicht vorab entrichtet, wird es erheblich teurer! Die Kontrollen sind meist relativ streng, Mautpreller werden mit hoher Wahrscheinlichkeit ertappt.